Um uns als eigenständiges Individuum (Ich-Identität) erfahren zu können, schotten wir uns mit unserem erwachenden Ego (meistens) unbewusst teilweise von unserer Seele (Höherem Selbst) ab. Dies hilft uns in dem Sinne, dass wir zwischen "Ich und Du" unterscheiden lernen und so unsere eigenen individuellen Erfahrungen und Erkenntnisse machen können. Allerdings vergisst diese Ich-Identität durch diesen Eigenentwicklungs-Prozess auch mehr und mehr, dass wir eigentlich ein ganzheitliches Wesen sind, das mit "Allem, was ist" verbunden ist und - wenn wir es zulassen würden - uns auch jederzeit alle Antworten und Lösungen unserer "selbst produzierten" Aufgaben und Hindernisse durch unsere Intuition oder durch uns "zu"-gefallene Hinweise im "Aussen zukommen liesse. Weil wir's aber vergessen haben, glaubt unser Ego, diese Aufgabe übernehmen zu müssen und unsere Wünsche und Ziele allein durch unseren Verstand (bewusst und unbewusst) zu definieren, zu lösen und erfüllen zu wollen. Da dieser aber für seine Wünsche nur Lösungen kennt, die er in irgendeiner Weise bereits erfahren hat (eigene Wahrnehmung), oder solche, die ihm durch Dritte suggeriert werden, sind seine Wünsche seine Lösungswege nur auf das ihm bereits "Bekannte" beschränkt.

 

 

Dies hat zur Folge, dass sich eigentliche Neuimpulse, die sich uns in unserem Alltag von und im Aussen im Jetzt (Gegenwart) zeigen, genau so wahrgenommen werden, wie wir eine frühere ähnliche Situation/Begebenheit in der Vergangenheit - also wieder mit den damaligen Gefühlen - erfahren und erlebt hatten. Erlebten wir die damalige Erfahrung als gut, möchte unser Ego diese gerne wiederholen, war sie schlecht, entsprechend vermeiden. Mit diesem "Wollen" schaffen wir nun folgende Problemkreise: Einerseits kommt gleichzeitig eine innere (oft unbewusste) Angst auf, wir könnten diese "gute" Erfahrung nicht wiederholen, bzw. die "schlechte" nicht vermeiden und andererseits stehen uns für die Wiederholung zur Erfüllung unseres (unbewussten) Wunsches nur die Lösungen zur Verfügung, die wir bereits kennen; also solche die wir selbst erlebt haben, oder die uns "beigebracht" wurden (übernommenes Wissen auf der Basis der Werte die uns eingetrichtert oder vorgelebt wurden).

 

Da wir natürlich - trotz unseres Vergessens - ein ganzheitliches Wesen sind und bleiben, das die Macht hat, seine Gedanken in Schöpfung (reales Leben) zu manifestieren, steuern wir mit dieser uns eigenen - uns aber oft unbekannten - Schöpferkraft mehr und mehr in unser eigenes Chaos, das sich uns dann als "Krise" zeigt. Jede Krise ist daher ein "Wink" unserer Seele (unserem Höherem Selbst), sich mit ihr zu verbinden, um das durch uns selbst geschaffene Problem mit der längst vorhandenen Lösung zu beseitigen und uns dadurch immer mehr zu erkennen und erinnern, wer wir wirklich sind.

 

So gesehen hilft uns also jede Krise, uns mehr und mehr als ganzes Wesen zu erfahren und uns entsprechend unserer wirklichen seelischen Bedürfnisse entfalten zu können. Je mehr wir diese wahren Bedürfnisse (Berufung) mit unseren körperlichen und geistigen Fähigkeiten in Einklang bringen und verwirklichen, entsteht mehr und mehr Freude, Fülle und innerer Friede.

 

Wollen wir aber diese Krise nur mit den Mitteln lösen, die unserer bisherigen Wahrnehmung (Ego) entspricht, schaffen wir uns mehr und mehr Leid. Wir glauben dann, unser Problem sei die Schuld von "aussenstehenden" Dritten oder Umständen und erkennen nicht, dass wir einfach - quasi um jeden Preis - nur an dem festhalten (Meinung, Wert, Glaubenssatz, Haltung), was eigentlich gar nicht "unseres" ist. In diesen Fällen können wir dann erst dann loslassen, wenn das Leid so gross geworden ist, dass wir es schlicht und einfach nicht mehr halten können und einfach loslassen müssen (das vermeintliche Schicksal annehmen). Und weil wir - spätestens, wenn wir nicht mehr anders können - "loslassen", löst sich das Leid sofort auf.